Reifenaufbau
 
Moderne Reifen sind zwar als High-Tech-Produkte belastbar, aber sie sind natürlich nicht gegen im Gebrauch zugefügte Beschädigungen gefeit (z.B. durch unsachgemäßes Überfahren von Bordsteinkanten).
 
Es kommt dadurch leicht zu schleichendem Luftverlust, Anrosten der Stahldrähte im Gürtel oder gar zum Ablösen der Lauffläche. Und dies ist - vor allem bei hohen Geschwindigkeiten - sehr gefährlich.
 
Sie sollten daher nicht versäumen, Ihre Reifen von Zeit zu Zeit genau anzusehen, den Luftdruck zu prüfen oder durch einen Fachmann überprüfen zu lassen. Verdächtige Zeichen sind Schnitte, Risse, Beulen oder herausgebrochene Profilstücke. Natürlich auch eingedrungene Fremdkörper wie etwa Nägel. Denken Sie bei der Kontrolle auch daran, daß der Reifen eine Innenseite hat, die Sie selbst so gut wie nicht inspizieren können. Fragen Sie lieber den Reifenfachmann, der Ihnen sagen kann, ob ggf. ein  Austausch notwendig ist oder nicht.
Sehr häufig kann man unregelmäßige Abnutzung der Laufflächen beobachten. Das ist immer ein Alarmsignal. Die Ursachen dafür liegen meist beim Fahrwerk oder bei der Lenkung. Aber auch die Bremsen oder eine Unwucht des Rades können eine solche Erscheinung auslösen. Führen Sie Ihren Wagen in solchen Fällen sofort einem Fachmann vor. Wird nämlich die Ursache nicht festgestellt und behoben, sind auch die neuen Reifen schon bald wieder kaputt.
  
Das Fahrzeug führen
Der Reifen soll das Fahrzeug exakt nach den Lenkbefehlen führen - egal in welchem Zustand sich die Straße befindet oder welche Temperaturen herrschen. Die Richtungsstabilität des Autos hängt stark von den Führungseigenschaften des Reifens ab. Der Reifen soll Seitenkräfte direkt und ohne Abweichung übertragen. Für jedes Fahrzeug sind in der Regel an Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifenfülldrücke vorgeschrieben. Der exakte Reifendruck garantiert ein Optimum an Stabilität und Sicherheit.
 
Last tragen
Der Reifen trägt das Gewicht des Fahrzeugs sowohl im Stand als auch während der Fahrt. Auch soll er den hohen dynamischen Lastwechseln beim Bremsen, Beschleunigen und bei Kurvenfahrt widerstehen. Ein Pkw-Reifen kann mehr als das 50-Fache seines Eigengewichts tragen.
 
Schwingungen dämpfen
Der Reifen nimmt Schwingungen aufgrund Hindernissen und Unebenheiten der Fahrbahn federnd auf und dämpft sie. Er bietet so Komfort und Sicherheit im Fahrverhalten. Eine grundlegende Eigenschaft eines Reifens ist die Flexibilität, vor allem in senkrechter Richtung. Die große Elastizität der im Reifen eingeschlossenen Luft, liefert einen großen Beitrag zum Komfort des Fahrzeugs. Ein exakter Reifendruck sorgt sowohl für höchsten Komfort wie für gutes Fahrverhalten.
 
Kräfte übertragen
Der Reifen überträgt sehr viele Kräfte: Antriebskraft des Motors, Bremskräfte und Seitenkräfte. Die sehr kleine Kontaktfläche zwischen Reifen und Straße bestimmt die Qualität der Haftung und damit die Kraftübertragung.
 
Rollen
Ein Reifen soll leise und leicht rollen. Wenig Rollwiderstand bedeutet weniger Kraftstoffverbrauch und somit weniger CO2 Ausstoss.
 
Lange halten
Ein Reifen ist sehr abriebsfest und sichert über viele Radumdrehungen ein hohes Leistungsniveau. Abrieb und Verschleiß hängen von unterschiedlichen Faktoren ab: Belastung, Fahrweise, Straßenzustand und Geschwindigkeit. Ausschlaggebend sind in erster Linie die direkten Verhältnisse in der Kontaktfläche, in welcher die Kraftübertragung stattfindet. Der Reifenfülldruck und die Dimension haben Einfluß auf die Größe und Form der Kontaktfläche und auf die Bodendruckverteilung.
 
 
Die o.g. Funktionen des Reifens garantieren Sicherheit, Komfort und Wirtschaftlichkeit.
Um das Leistungsniveau über das gesamte "Reifen-Leben" zu sichern, muss auch der Fahrer eine wichtige Funktion erfüllen:
Der Reifen benötigt den richtigen Luftdruck. Er sollte regelmäßig kontrolliert und überwacht werden. Ebenso sollte ein Reifen regelmassig auf Schäden und eventuelle Fremdkörper untersucht werden.
Sie leisten somit einen Beitrag zu Ihrer eigenen und zur allgemeinen Verkehrssicherheit.
Reifenkennzeichnung und deren Bedeutung 

 
 
 
 
 
 
1.  Reifenhersteller (Marke)
2.  Profilbezeichnung / Reifentyp
3.  Reifenquerschnittsbreite in mm
4.  Verhältnis Reifenhöhe zu Reifenbreite in %
5.  Radialreifen
6.  Felgendurchmesser in Zoll
7.  Kennzahl für die Reifentragfähigkeit
8.  Geschwindigkeits-Index
9.  Tubeless (Schlauchloser Reifen)
10. Herstelldatum (XX = Woche, X = Jahr, < = 9. Dekade)
11. Abnutzungsanzeiger (Tread Wear Indicator) (1,6 mm)
12. Zusatzbezeichnung für Reifen mit erhöhter Tragfähigkeit
13. Hinweis auf Wintertauglichkeit für Winter- und Ganzjahresreifen
 
Neue Reifenverordnung
 
 
Mit der 40. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 22.12.2005 (BGBL I, 3716) wurde zum 1. Mai 2006 die Pflicht zur Anpassung der Kraftfahrzeugausrüstung an die Wetterverhältnisse konkretisiert.
 
Nach der neuen Winterreifenverordnung (§2 Abs. 3a StVO) sind alle Kraftfahrzeuge den Winterverhältnissen anzupassen. Dabei hebt der Verordnungsgeber besonders die geeignete Bereifung hervor. Mit dieser Verhaltensvorschrift geht jedoch keine generelle Winterreifenpflicht einher.
 
Wer auf schnee- oder eisbedeckten öffentlichen Straßen fährt, muss Winter- oder Ganzjahresreifen montiert haben; diese Reifen sind durch die Aufschrift M+S bzw. das Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet.
 
Kraftfahrzeuge mit Sommerreifen dürfen bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr fahren. Dies gilt nicht nur für den Fahrtantritt, sondern auch für die Weiterfahrt bei plötzlicher Änderung der Straßenverhältnisse.
 
Wer mit Sommerreifen auf schnee- oder eisbedeckten Straßen fährt, riskiert ein Verwarnungsgeld von 20,- Euro. Führt dieser Verkehrsverstoß ferner zu einer Behinderung des Straßen-verkehrs, wird dies mit einem Bußgeld von 40,- Euro sowie einem Punkt im Verkehrszentralregister geahndet.
 
Die Verwendung von Schneeketten oder Anfahrhilfen auf Sommerreifen stellt keine „geeignete Bereifung“ dar. Auch die Mischung von Sommer- und Winterreifen genügt nicht den Anforderungen des § 2 Abs. 3a der StVO für den Winterbetrieb eines Kraftfahrzeuges. Diese Neuregelung umfasst Kraftfahrzeuge jeder Art, nicht dagegen Anhänger.
 
Darüber hinaus können Unfälle mit nicht ordnungsgemäßer Bereifung, im individuellen Einzelfall, zu versicherungsrechtlichen Problemen führen. Daher ist in jedem Fall zu empfehlen, in den Wintermonaten auf die richtige Bereifung „umzusatteln“.